Ihr liewe Leit, heit hab ich in de Zeidung g’lese dass de Bernhard Lott gschdorwe isch. Obwohl er anscheinend lang schwer krank gwest isch, war die Nachricht für mich doch üwerraschend. Ich hab ihn selwer mehrfach erlebt bei verschiedene Mundartpreisverleihunge wo mir zsamme uf de Bühn ware un a bei dem Gedenkowed für de Rudolf Stähle, der für mich persönlich en großer Aschdoß zu meinere Mundartdichtung war. Der Bernhard Lott war en feiner Mensch, feinsinnich mit eme ganz oigene, funkelnde Humor, immer treffend awer nie verletzend. Er werd uns in de badische Mundart-Szene, üwerhaupt in de badische Literatur-Szene, fehle. Zum Gedenke setze do noch e Gedicht von em rei, wo ich von seinere Internet-Seit „http://www.bernhard-lott.de/“ runner gholt heb. Dort gibt’s a für Interessierte noch nähere Informatione üwer sei Lewe un sei Werk.
Im Buch des Lebens
Alles
ist verzeichnet
im Buch des Lebens
vorher bestimmt sind
von Ewigkeit her
die Wege
auf denen du gehst
die Menschen
denen du begegnest
die Zahl deiner Tage
die Nächte voll Liebe
und die voll Einsamkeit
deine Träume und deine Sehnsüchte
Nichts
auf Erden
ist ohne Bedeutung
Wie jedes Steinchen
unter den vielen anderen eines Mosaiks
seinen Platz hat
so ist wichtig
jeder Herzschlag
jeder Augenblick
jede Begegnung
Und sage nie
Ich bin unwichtig
Der Tropfen Wasser im Meer
sage das nicht
und auch nicht
das Sandkorn in der Wüste
Das Blatt am Baume
sage das nicht
und auch nicht
die Wolke am Himmel
Denn ohne dich
fehlte
der Erde der Faden
der sie mit dem Himmel verbindet
Ohne deine Träume und deine Tränen
ohne dein Lachen und deine Sehnsucht
wäre sie ärmer
wie der Garten
dem fehlt eine Blume
und der Himmel
dem fehlt ein Stern
(Bernhard Heinrich Lott)